Tabakspeicher trifft auf Boutique Hotel

UNAUFGEFORDERTE WERBUNG

20. NOVEMBER 2019

Als ich zum ersten Mal, während meines Urlaubs auf Thassos, in der Fußgängerzone von Limenas an einem hochherrschaftlichen Gebäude vorbei spaziere, ist mir sofort klar, dass sich in den Gemäuern des beeindruckenden Baus eine uralte Geschichte verbirgt, die entdeckt werden will. Vor dem imposanten Eingangsbereich befindet sich eine begrünte, von exotischen Pflanzen und einer hochherrschaftlichen Pinie gesäumte Grünanlage, auf deren Terrasse elegante Sitzgelegenheiten auf einen Café oder Cocktail einladen. Ein großes Eingangstor, das halb offen steht, lässt einen verstohlenen Blick in das Garteninnere zu.

 

Ich fühle mich sofort gefangen in einer Welt, die so gar nichts mit dem modernen Charakter der Stadt Limenas zu tun hat. Tatsächlich stehe ich vor einem ehemaligen Tabakspeicher, der in den frühen 20 iger Jahren vom süßen Duft der Tabakblätter und der sicherlich extrem harten Arbeit im Speicher erzählt. Heute gilt dieses Haus, das sich in unmittelbarer Nähe des alten Hafens, des historischen Altstadtkerns, des antiken Theaters und des Stadtmuseums befindet, als eines der schicksten Stadthotels, die Thassos zu bieten hat - das Arthotel.

 

Kunst soweit das Auge reicht!

Liebevoll restauriert, betritt man das Haus, das noch immer den Charme und das historische Flair vergangener Tage versprüht, mit staunendem Blick und offenem Mund. Bereits in der Lobby sichtet man kunstvolle Objekte, moderne Wandbildnisse und Skulpturen, soweit das geschulte Auge reicht. Der moderne Anstrich und insbesondere das bunte Innenleben, das dem historischen Komplex eine verspielte, unkonventionelle Note verleiht, schafft es gekonnt, Verstaubtes und Modernes auf erfrischende Art miteinander zu kombinieren.

Irgendwie wirkt alles, wie wild und wahllos durcheinander gewürfelt. Doch dem ist nicht so.

 

Offensichtlich sehr gut durchdacht und mit viel Liebe zum Detail, wurde an diesem beinahe magischen Ort ein großartiges Kunsthotel ins Leben gerufen, das auf dieser Insel nirgendwo anders zu finden ist.

Zimmer gesucht, Kunst gefunden

Auch die Zimmer, von denen es im gesamten Haus 39 Räumlichkeiten mit 13 unterschiedlichen Ausstattungen und Designs gibt, setzen der Individualität keine Grenzen. Jedes einzelne Zimmer versprüht seinen ganz besonderen Charme und Reiz. Im stillen frage ich mich schon die ganze Zeit, wo man in Griechenland so eine exquisite Auswahl an Designmobiliar herbekommt. Als ich den Hoteldirektor einmal mehr nach der Ausstattung befrage, werde ich tatsächlich mit einer zufriedenstellenden Antwort belohnt.

Alles kommt aus einer Hand, aus einem Guss sozusagen, und zwar von der Firma Kare Design aus München.

 

Unglaublich! Von diesem Möbelhersteller, der passend zum regulären Mobiliar, auch noch die kleinen Tischskulpturen, Spiegel, Deckenleuchten und Ölbilder liefert, hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Alles ist sehr stilvoll und besonders gut aufeinander abgestimmt und passt, wie angegossen.

 

Frühstück der Superlative

 

Selbst das Frühstück am kommenden Morgen, lässt wahrhaftig keine Gaumenfreuden offen. Normalerweise bekommt man im wortwörtlichen Sinne eines kontinentalen Frühstücks meistens nur das Standardbuffet, das sich aus Rührei, Würstchen, Bohnen, Brötchen, Marmelade, Orangensaft, Kaffee und dergleichen zusammensetzt, geboten. Nur, was einem im absoluten Überfluss hier kredenzt wird, toppt alle Erwartungen und stellt jegliches Standardrepertoire sofort in den Schatten.

 

 

Griechische Spezialitäten in allen Varianten, kombiniert mit einem sehr frischen und kontinentalen Angebot, eine große Obstauswahl, sowie kreativ zusammengestellte Salate, frisches Gemüse, Oliven und Gebäck, um nur einige aufzuzählen, laden zu einem üppigen, ausgedehnten Brunch ein.


Patisserie mit Herz

 

Was mein Herz an diesem Morgen allerdings am höchsten schlagen lässt, ist die hauseigene Patisserie-Auswahl, die ich so in überhaupt keinem Hotel jemals in der Größenordnung und Fülle zum Frühstück bekommen habe, wenn überhaupt. Eine Vielzahl an süßen Leckereien, die nur darauf wartet, probiert zu werden, lächelt mich verführerisch an.

 

Ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll und ob ich mich heute nicht vielleicht nur auf die Süßigkeiten konzentriere. Schließlich kann ich jeden Tag auf Brot und Brötchen zurückgreifen, nicht aber auf diese zauberhaften, zuckrigen Kreationen, die mir in dieser Auswahl und Qualität so einladend angeboten werden. Als ich in Erfahrung bringe, dass im Hotel ein Patissier seinem kreativen Handwerk exklusiv für die Gäste nachgeht, bin ich geplättet.

 

 

Vassilis, der immer während der Saison für ein halbes Jahr im Arthotel als hauseigener Patissier beschäftigt ist, erzählt mir von seinem Werdegang. In Baden Württemberg geboren und dort bis zu seinem 12 Lebensjahr aufgewachsen, entscheidet er sich, mit Anfang 30, noch mal beruflich neu durchzustarten. Sein alter Beruf in einer Eisdiele in Limenas erfüllt ihn schon lange nicht mehr. So fängt er zuerst eine Ausbildung als Koch an, merkt dabei aber relativ schnell, dass die Arbeit in der Küche, extrem fordernd, anstrengend und sehr stressig ist.

 

 

Durch Zufall bekommt er für eine Sommersaison ein Jobangebot, Süßigkeiten für ein Hotel zu backen. Diese Erfahrung schürt seine Leidenschaft für die Patisserie, die er, nunmehr seit 12 Jahren, professionell und mit ganz viel Herzblut ausübt. Seitdem kreiert er immer ein halbes Jahr im Arthotel kleine raffinierte Zuckersünden, die verbleibende Jahreshälfte ist er in einer kleinen Konditorei in einem Dorf bei Kavala beschäftigt. Alle Kreationen basieren immer auf den Originalrezepturen der traditionell griechischen Backwerke, die lediglich durch kleine Modifikationen in den Zutaten variieren und dadurch einen besonderen Twist und das gewisse „Etwas“ erhalten.

 

...und die Krönung: das Abendessen

Mir ist längst klar, dass in diesem Hotel nichts dem Zufall überlassen wird. Es stimmt einfach alles und alles hier ist besonders, einzigartig und wohl durchdacht.

 

Die Krönung, das Abendessen, rundet meinen Aufenthalt im Arthotel stimmig ab. Hätte ich es wohl anders erwarten können? Ein vier Gänge Menü, dass ich aus dem „A la carte“ Angebot wählen darf, lässt mich auf einer Wolke der Gourmetträume schweben. Neben der perfekten Weinauswahl und der geschmackvoll ausgewählten musikalischen Untermalung, klingt an einem lauen Spätsommerabend, ein erlebnisreicher Aufenthalt in einem Hotel der Extraklasse aus.

 

Kommentare: 0