von vradeto zur vikos schlucht

EINE SPEKTAKULÄRE WANDERUNG ZUR TIEFSTEN SCHLUCHT DER WELT

20. OKTOBER 2020

UNAUFGEFORDERTE WERBUNG

©Nicole Hacke

Die Vikos-Schlucht, die sich über beeindruckende 10 km ihren Weg durch das schroffe Felsmassiv des Pindos Gebirges im norwestlichen Epirus in Griechenland bahnt, zählt zu einer der tiefsten Schluchten der Welt. Mit knapp 1000 m erheben sich ihre massiven Gesteinswände wie ein göttliches Tor in den Himmel und umrahmen so den Eingang zum weit in der Ferne verblassenden Horizont. Durch die wild ausufernde Vegetation bahnt sich eine unbegradigte Wasserader schlängelnd ihren Weg durch das immergrüne Gestrüpp der jahrtausendalten Urwaldbestände.

 

Es ist der Gebirgsfluss Vikos, der vom Bergmassiv Stourus im Westen bis zum Bergmassiv des Tymfi im Osten verläuft und sich zu guter Letzt am nördlichen Ausgang der Schlucht mit dem Voidomatis Fluss vereint.

 

Oberhalb des griechischen Canyons zu beiden Seiten der längsten "Felsspalte" Europas befinden sich die Gebirgsdörfer Monodendri, Vikos, Papigo und Konitsa, die nicht nur wegen ihrer traditionellen Steinhäuser einen Besuch wert sind, sondern gleichermaßen Ausgangspunkte für Wanderungen oberhalb, unterhalb und in der Schlucht selbst bilden.

 

So kann man oberhalb des Ortskerns in Monodendri auf einer kurzen, gut ausgebauten Wegstrecke den Aussichtspunkt Oxia erreichen, um von dort die gigangtischen Tiefen dicht am Abgrund der Vikos Sclucht zu bestaunen.

 

Noch viel spektakulärer allerdings ist das Panorma vom Beloi Viewpoint, den man auf einer besonders knackig kurzen, aber außerordentlich reizvollen Wanderung zur Vikos Schlucht vom Ortskern in Vradeto erreicht.

 

©Nicole Hacke

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Auf 1340 m gelegen, ist Vradeto das höchstgelegen der 46 Zagori Dörfer in der Region Epirus.

 

Von dort breche ich direkt oberhalb des Ortskerns zu meiner morgendlichen Wanderung in Richtung Beloi Viewpoint auf und erreiche in weniger als 45 Minuten den wohl exklusivsten und eindrucksvollsten Aussichtspunkt der Schlucht.

 

Noch ist es früh, die Sonne gerade hinter dem Horizont aufgegangen, das Licht warm und goldglänzend. Eine lauwarme, von erfrischendem Morgentau durchtränkte Brise, die bereits erahnen lässt, dass die Temperaturen heute noch auf über 30 Grad klettern werden, umfängt mich sanft.

 

Am Himmel formieren sich unterdessen zarte Quellwolken und vermischen sich mit den satten Farben des Sonnenlichts zu einer blau-weiß-orangfarbenen Melange, die sogleich mein Fotografenherz höher schlagen lässt, so dass ich schnell noch ein paar Motive für die Ewigkeit einfange.

 

An einer breit ausgebauten Fahrstraße, deren Verlauf ich für ca. fünf Minuten folge, biege ich linker Hand auf einen schmalen Wanderpfad ab. Nun windet sich der Weg in Schlangenlinien immer eben ab an den hügeligen Berghängen entlang.

 

Teils verwurzelt, teils mit dicken Gesteinsbrocken übersäht, muss ich aufpassen, dass ich nicht unachtsam stolpere. Umherschlendern und in die Luft gucken ist hier nicht angebracht. Auch ohne griffige Wanderschuhe ist der eigentlich leicht zu begehende Wanderpfad ein "No-go".

 

©Nicole Hacke

©Nicole Hacke

©Nicole Hacke

©Nicole Hacke

©Nicole Hacke

Gut ausgerüstet, hüpfe ich "gamsgelenk" beinahe schon von Stein zu Stein. Nicht umsonst heißt es schließlich in den Bergen "Über Stock und Stein".

 

Dabei bewundere ich die hier vorherrschende Vegetation, die vergleichsweise karg und schroff zum Rest der opulent sprießenden Naturwelt der Region Epirus daherkommt.

 

Tatsächlich wurden auf diesem exponierten Höhenkamm die einstigen Waldbestände komplett gerodet, so dass in Folge eine mittlerweile sehr dürftige Vegetation, bestehend aus kurzen Gewächsen, wie Sträuchern, breitflächigem Gräserbewuchs und wenigen kurzgedrungenen Bäumen, dominiert.

 

Erstaunlich, wie dieser Landschaftsstrich, der im ersten Moment etwas fremd und sonderbar erscheint, dennoch eine faszinierende, ja beinahe mystische Wirkung auf mich ausübt.

 

Fast lässt mich die morgendliche Stimmung in dem Glauben, irgendwo in den schottischen Hochmooren oder im südenglischen Dartmoor unterwegs zu sein. Vielleicht sind es die erdigen, senfgelben,nussbraunen und rostroten Farben, die im Zusammenspiel mit der pastellfarbenen Wolkenstimmung am Himmel viel mehr an ein nordisches als an ein südeuropäisches Land erinnern. Doch was fehlt, ist der Nebel. Dann wäre die Täuschung absolut perfekt.

 

©Nicole Hacke

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Beeindruckt von der Mystik, der ungestümen Wildheit und Ursprünglichkeit dieser Region, die um keine einzige ihrer vielen Facette verlegen sein muss, erreiche ich auf kurzen Höhenetappen immer wieder aussichtsreiche Hochebenen. Eine Vielzahl an rosa- und blaufarbenen Schmetterlingen umflattert die lilafarbenen Kurzgewächse am Wegesrand, die den Heidesträuchern in der norddeutschen Lüneburgerheide optisch enorm ähneln.

 

Herrlich ist die bunte Farbenpracht der Fauna, die der so puristisch wirkenden Flora einen lebendig fröhlichen Farbakzent entgegensetzt.

 

Mit dem Horizont verschmelzend schwebe ich förmlich über dem Gebirge unter mir, das Plateau verschwimmt zu einer einzigen großen, weiten Fläche. Himmel und Erde vereinen sich. Wenn das mal nicht die Freiheit ist, die ich mir in meinen schönsten Träumen genau so immer wieder ausgemalt habe.

 

Ich merke, wie mein Atem fließt, wie sich meine Lungen mit Sauerstoff füllen und eine Zufriedenheit in mir Einzug hält, dass ich noch einige Sekunden länger wie angewurzelt an Ort und Stelle verweile, um die Zeit anzuhalten, um dieses Bild zu verinnerlichen, dass mich mit Glück erfüllt.

 

Mittlerweile steige ich mit leichtem Gefälle kaum merklich bergab. Ob es zur Schlucht nun nicht mehr weit ist?

 

Noch versperren mir Bäume, Gestrüpp und Felsgestein die Aussicht auf einen gigantischen Abgrund, der sich höchstwahrscheinlich in unmittelbarer Nähe befindet. Knapp eine halbe Stunde bin ich nun schon flott marschiert und werde vor Spannung langsam aber sicher ungeduldig.

 

©Nicole Hacke

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Kurz vor dem gesicherten "Beloi Viewpoint" markiert plötzlich eine angedeutete Spur einen von Wanderern eingeschlagenen, scheinbar inoffiziellen Weg, der nicht beschildert ist. Neugierig verlasse ich den Hauptweg und folge der mäßig erkennbaren Fährte, die mich in wenigen Metern unmittelbar an den monströs aufklaffenden Abgrund der megagewaltigen Schlucht führt.

 

Weder durch eine Absperrung noch durch eine Brüstung gesichert, wage ich mich vorsichtig an den Rand der seitlich einzusehenden Schlucht, blicke kurz in den bodenlos erscheinenden Abgrund hinab, nur um nicht ganz schwindelfrei schnell wieder ein paar Schritte zurück auf sicheren und festen Untergrund zu erlangen.

 

Wer hier Höhenangst hat und mit Trittsicherheit überhaupt nicht glänzen kann, der sollte sich besser von dieser ungesicherten Stelle fernhalten.  Ansonsten ist die Aussicht phenomenal und in Superlativen kaum adequat und gebürhrend zu beschreiben.

 

©Nicole Hacke

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Nach diesem aufregenden Exkurs kehre ich zurück auf den zuvor eingeschlagenen offiziellen Bergpfad und laufe nun ein letztes steileres Stück hinab durch  erstarrte Kalkstein- und Monolithenformationen, die zu beiden Seiten meinen Weg säumen.

 

Am Ausgang der riesigen Gesteinskolosse eröffnet sich mir dann völlig unvorbereitet ein fesselndes Panorama auf eine uralte Naturlandschaft, die meine Sinne bis zum Anschlag reizt und mich staunend, stumm und ganz leise werden lässt. Mehr Dramatik, als diese gewaltige Naturkulisse in sich trägt, kann man nicht erwarten.

 

Kaum das ich begreife, was sich mir von meinem Blickfeld offenbart, durchfährt mich der wohl magischste Moment an diesem außergewöhnlichen Tag.

 

So eine Schlucht, so etwas gewaltiges, unbeschreibliches und faszinierendes kann man nur als Wunder der Natur bezeichnen.

 

Gleich am selben Abend, kurz vor Sonnenuntergang mache ich mich noch einmal auf, um die Vikos Schlucht in einem anderen Licht zu bestaunen, denn irgendwie bin ich süchtig nach ihrer einzigartigen Schönheit.

 

Rechtzeitig, bevor die Sonne ihr glutrotes Antlitz hinter den letzten Bergzipfeln ertränkt, stehe ich wieder an gleicher Stelle am taumelnd steilen Abgrund und beobachte aufmerksam, wie der HImmel am fernen Horizont in einem farbgewaltigen Flammenmeer erstrahlt.

 

Gut, dass ich nicht alleine gekommen bin, denn dieser Augenblick ist viel zu romantisch und bewegend, als das man ihn mit sich selbst ausmachen sollte.


Einfache Wanderung vom Ortskern in Vradeto zum Aussichtspunkt Beloi

 

Start: vom Ortskern in Vradeto

Streckenlänge: 2,7 km

Aufstieg: 149 m

Tourenart: Höhenweg

Dauer: max 45 min. (one way)

Schwierigkeitsgrad: einfach, wenig Kondition erforderlich, Trittsicherheit empfohlen sowie gutes Schuwerk

 

Ausrüstung: Funktionsbekleidung, Wanderschuhe, Wechselkleidung, ausreichend Proviant und Wasser (min. 2 Liter).

 

Vom Ortskern in Vradeto führt der Weg vorerst auf einer breiten Schotterstraße direkt in das Herz der rauen gebirgskargen Landschaft.

 

Auf 1340 m wandert es sich bei kaum merklichen Höhenunterschieden entspannt an den hügeligen Berghängen auf schmalen Pfaden entlang. Immer der Nase nach, erreicht man in relativ kurzen Streckenabschnitten aussichtsreiche Anhöhen und Hochebenen, die erhaben über die weiten Gebirgsketten der Region Epirus thronen.

 

Nach nicht mehr als einer halben Stunde Fußmarsch erreicht man die Monolithenschlucht, die eindrucksvoll die letzte Etappe der Wanderung

 


In Vradeto kehr man zur Rast in

©Nicole Hacke

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©Nicole Hacke

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